Teekanne mit Schneeballblüten
Man kann behaupten, Johann Joachim Kaendler brachte die Porzellankunst zum Erblühen. Denn es gelang ihm, nicht nur der figürlichen Plastik Leben einzuhauchen, auch dem gemeinen Gegenstand, wie Vase, Dose, Terrine oder Teekanne, gab er, außer der Eigenschaft des Dienens, eine ganz eigene Daseinsberechtigung. Er verwandelte sie in so großartige Kunstwerke, dass sie sich nun selbst genügen konnten. Sie ließen die Trivialität des Alltäglichen hinter sich und wurden zum Maß der am Hofe Augusts des Starken und an vielen Königshäusern begehrten und wertgeschätzten Gegenstände. 1739 schuf der geniale Künstler das „Schneeballdekor“: Hier benetzen unzählige weiße Blüten ganz plastisch ihren Gastgeber und verzaubern ihn in einen kunstvollen Garten; goldene Blätter und Zweige geben dem Fest zudem eine noble Kontur. Selbst Friedrich der Große konnte sich dem Bann des Blütenzaubers nicht entziehen – 1760 bestellte er gleich sechs Schneeballblütenvasen. Die zum Jubiläum exklusiv aufgelegte Teekanne präsentiert mit feuervergoldetem Griff, reicher Verzweigung und üppigen Blütenbällchen die vollendete Bossierkunst Meissens in unerreichter Weise.
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