Tabatiere "Casanova Inkognito", 4,5 x 10 cm
Eine Tabatiere, eine meist kunstvolle Dose zum Erhalt von Schnupftabak, erfreute sich im 18. Jahrhundert größter Beliebtheit. Gewiss hatte der getriebene Kosmopolit Giacomo Casanova (1725–1798) selbst eine feine Dose dieser Art. Als Casanova im Alter von 16 Jahren betrunken von der Kanzel in San Samuele stürzte, konnte nur noch eine besondere Karriere folgen. Seine Abenteuer führten den König aller Libertins sogar nach Dresden, war doch seine Mutter Giovanna hier als Operndiva engagiert und sein Bruder Giovanni gar Direktor der Kunstakademie. Auch wenn Giacomo sich selbst als „Casanova“ des Barock erschaffen hatte, so hinterließ der Venezianer mit seinen „Memoiren“ Weltliteratur und erlaubt uns einen köstlichen Einblick in das Leben Europas seiner Zeit. Diese reich bemalte Meissener Tabatiere (frühes 18. Jh.) führt ein Doppelleben, außen elegant venezianisch, doch innen lässt sie Casanova, ganz lust- und kunstvoll zum Verführer werden.
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