Das Dekor Kabinett
  • Meissens reiches Erbe gründet ebenso auf der Entwicklung des ersten europäischen Porzellans wie auf den berühmten, sich stets entwickelnden Dekoren. Die Manufaktur unterhält mit Stolz einige der besten kunsthandwerklichen Porzellanmaler, von denen jeder einzelne in jahrelanger Ausbildung die Kunstform perfektioniert hat. Diese unablässige Hingabe zur Perfektion ist wiederum der Keim des umfangreichen Meissener Dekorarchivs –dessen Motive Tischservice, Home Déco und Meisterwerke gleichermaßen kunstvoll zieren. Wir nennen es: Das Dekor Kabinett.

    Das weite Spektrum an Dekoren lässt sich wie eine Art Geschichtsbuch lesen. So haben die unübertroffenen Dekore der Manufaktur Meissen stets den Zeitgeist beschworen und die Moden der Kunst- und Designwelt wiedergespiegelt. Von Chinoiserien, die ihren Ursprung in ostasiatischen Vorläufern hatten, bis hin zu ikonischen Motiven internationalen Renommees sowie zeitgenössischeren Exemplaren, die das Erbe der Marke aufgreifen und elegant in einen modernen Kontext einreihen.

    Für die Umsetzung der Dekore setzt die Manufaktur auf hauseigene Auf- und Unterglasurfarben, deren Pigmente seit 1720 im Meissener Farblabor produziert werden.
    In seiner Anfangszeit war es der Porzellanmaler Johann Gregorius Höroldt, der die Farbentwicklung bei MEISSEN vorantrieb und mit der Höroldt‘schen Grundpalette aus 16 feuerfesten Aufglasurfarben sowie der Unterglasurfarbe Kobaltblau den Grundstein für die gestalterische Tradition der Manufaktur legte. In seiner Zeit entstanden bereits hunderte von Dekormotiven, die in ihren künstlerischen Ausführungen und Strahlkraft der Farben richtungsweisend waren für das europäische Porzellan. Rund 300 Farben zählen heute zum Standardrepertoire der Meissener Porzellanmaler – nur ein kleiner Teil der etwa 10.000 Farbrezepturen, die das manufaktureigene Labor bewahrt.
"Während Blumen und florale Motive weiterhin fest im Thron sitzen – als zeitlose Klassiker auf makellosem Porzellan – bedienen sich die Kunsthandwerker der Manufaktur auch mythischeren Quellen für Inspiration."
  • Einige der einflussreichsten und ikonischsten Dekore Meissens befassen sich mit floralen Sujets. Bereits seit 1720 auf Servicen und Vasen umgesetzt zählen die „Indischen Blumenzweige“ zu den ältesten Dekormotiven der Manufaktur Meissen. Im Stil ostasiatischer Archetypen „indischer“ Malerei entworfen, verleiht der Dekor dem berühmten „Schwanenservice“ ein prunkvolles Flair. Basierend auf den Stillleben alter Meister taucht die Rose 1740 als Motiv in der Porzellanmalerei auf. Ursprünglich in Bouquets arrangiert, erlang die Rose als einzelnes Motiv in der Marcolini-Zeit große Beliebtheit. Die anmutige „Meissener Rose“ wurde im Biedermeier aus eben jener Malerei entwickelt. In dieser Periode traten die „Gestreuten Blümchen“ ebenfalls in Erscheinung – eine weitere Evolution der Blumenmalerei bei MEISSEN. Als zeitloses Symbol ewiger Liebe kommt der Rose heute wie damals eine Sonderstellung unter allen Blumenmotiven zu.
    Während Blumen und florale Motive weiterhin fest im Thron sitzen – als zeitlose Klassiker auf makellosem Porzellan – bedienen sich die Kunsthandwerker der Manufaktur auch mythischeren Quellen für Inspiration. Vom historischen „Roten Drachen“ von 1740 bis hin zum ca. 1910 etablierten „Ming Drachen“ vermögen solch symbolgeladene Motive immer wieder zu begeistern und zeugen nicht zuletzt aufgrund ihrer Verbundenheit zu archaischen Ästhetiken von anhaltender Wirkung.

    Tatsächlich sind es vielleicht nur die pracht- und prunkvollen „Gekreuzten Schwerter“, die ihnen in Puncto Reputation und Wiedererkennbarkeit den Ruf streitig machen. Die ikonische Verzierung ist eine dekorative Hommage an das historische Signet der Manufaktur. Seit 1722 wird das Markenzeichen im hauseigenen Kobaltblau von Hand auf jedes Porzellan aufgetragen, das die Manufaktur verlässt – stets von spezialisierten „Schwerterern“. Wie auch das sich stets erweiternde Meissener Dekorarchiv entwickelten sich die Schwerter ebenso über die Epochen hinweg, ohne dabei ihre Wiedererkennbarkeit einzubüßen – ein fortwährender Garant für das Meissener Porzellan, seiner unvergleichlichen Qualität und unvergänglichen künstlerischen Integrität.