Die Geschichte des Ming Drachen
  • Ebenso wie das chinesische Porzellan – gar China selbst – die anfängliche Inspiration für August den Starken war, sich der Welt des Porzellans zu widmen, beeinflusst der Orient seit jeher die Designs der Manufaktur. Dies ist wohl nirgendwo erfolgreicher und augenscheinlicher als beim ikonischen „Ming-Drachen“ Dekor.

    Zu den vielen symbolischen Bedeutungen, die dem Drachen in der chinesischen Mythologie zukommen, zählen übernatürliche Weisheit, der Geist der Veränderung, der Rhythmus der Natur und die Lehre vom Werden. Er steht für Sonne, Licht und die männliche Kraft des Yang. Während der Ming Dynastie (1368–1644) tritt der Drache auf chinesischen Porzellanen verstärkt in Erscheinung. In seiner Darstellungsart mit vier Krallen blieb das mythische Wesen dabei ausschließlich kaiserlichen Prinzen vorbehalten.
"Das Motiv besitzt durch seine unübertroffene Finesse und Verbundenheit zu einer antiken Ästhetik eine wahrhaft zeitlose Eleganz."
  • Binnen kürzester Zeit dienten chinesische Motive auch als Vorlagen für den manufaktureigenen Ming-Drachen – ein inzwischen eigens berühmter Dekor, der 1910 zum ersten Mal in Erscheinung trat. Das Motiv besitzt durch seine unübertroffene Finesse und Verbundenheit zu einer antiken Ästhetik eine wahrhaft zeitlose Eleganz. Gleichsam umgibt den Meissener Ming-Drachen eine dezidiert zeitgenössische Coolness. Nicht zuletzt war es diese Vielseitigkeit, die seine jüngste Inkarnation anregte: als Malerei auf Teilen der neuen „VITRUV“ Kollektion.