Böttgersteinzeug
Jaspisporzellan, so benennt Johann Friedrich Böttger selbst den tiefroten Werkstoff, den er 1706 nur knapp zwei Jahre vor der Erfindung des weißen Porzellans entdeckt. Ein ungewöhnlich hartes, feuerfestes und gegen plötzliche Temperaturwechsel beständiges Material, das darüber hinaus Schliff und Politur annimmt wie ein Halbedelstein. Es sind Qualitätsmerkmale, mit denen das „feine rothe Porcelain“ das Steinzeug aus Holland, England und selbst China übertrifft. Durch braune und schwarze Manganglasuren, filigrane Ausarbeitungen, Schnitt, Lackierung und Vergoldung wird eine Vielseitigkeit der künstlerischen Behandlung möglich wie in keinem anderen Zweig der Keramik. Schon bald fertigt die neu gegründete Manufaktur Meissen neben dekorativen Vasen, Teegeschirr und Bierkrügen auch Glocken, Weihwasserkessel oder figürliche Arbeiten. Mit der Erfindung des weißen Hartporzellans und dessen intensivierte Produktion wird das „Böttgersteinzeug“ nach wenigen Jahren bereits vollständig verdrängt. Seine Renaissance erlebt der Werkstoff 1919 durch den Manufakturdirektor Max Adolf Pfeiffer. Fasziniert von der Bildsamkeit des Materials, lässt er historische Figuren auf ihre genaue Zusammensetzung untersuchen und dessen Herstellung wieder aufnehmen. Damals wie heute ist es die Ausdruckskraft des Steinzeugs, dessen Haptik und Wärme, die seine Faszination ausmacht. Mit der markenrechtlichen Registrierung als „Böttgersteinzeug“ ehrt MEISSEN dieses geschichtsträchtige Material, das eine elementare Rolle in der Entwicklung des ersten europäischen Porzellans spielte.
  • Johann Friedrich Böttger
    Johann Friedrich Böttger zählt zu den wichtigsten Wegbereitern des europäischen Porzellans und der Gründung der Manufaktur Meissen. Als junger Alchemist wird Böttger 1702 von August dem Starken nach Dresden bestellt, da er sich damit rühmt, Gold herstellen zu können. Nach Jahren systematischen Forschens gelingt ihm zwar nicht der ersehnte Stein der Weisen. Doch mit der Entdeckung des „Böttgersteinzeugs“ wird in Europa zum ersten Mal das Herstellungsprinzip chinesischen Porzellans gefunden und angewandt: Tone werden mit Quarzen und einem Flussmittel gemischt und bei sehr hohen Temperaturen gebrannt. Nur wenige Jahre später gelingt auch die Herstellung des weißen Hartporzellans, dessen erste Rezeptur seither im Archiv der Manufaktur verwahrt wird. Noch hallt Böttgers Schaffen nicht nur in der Porzellanmanufaktur Meissen nach, deren erster Leiter er wurde, sondern auch in der Rede vom „Weißen Gold“.
„Seit jeher faszinieren die Bildsamkeit und haptische Wärme des ‚Böttgersteinzeug‘ – ein geschichtsträchtiges Material aus der Entstehungszeit der ersten Porzellanmanufaktur Europas.“
Kampagnen
  • 1
    Limited Edition
    Der eigene umfangreiche Fundus an Formen und Farben war Inspiration für die neue „Limited Edition“ und präsentiert wiederaufgelegte Klassiker sowie historisch beeinflusste Neuschöpfungen.
  • 2
    MEISSEN Atelier
    Meissens Kreativdirektoren schaffen hier zusammen mit internen und externen Künstlern und Designern ausdrucksstarke Neuinterpretationen und treiben die künstlerische Entwicklung der Manufaktur voran.