MEISSEN Farblabor

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Rund 10.000 RezepturenBereits 1725 gelang Johann Gregorius Höroldt die Entwicklung einer Grundpalette aus 16 feuerfesten Aufglasurfarben, die die künstlerische Gestaltung von Porzellan revolutionierte. Seither ist die Farbpalette kontinuierlich erweitert worden: Heute umfasst das Meissener Farbarchiv rund 10.000 sorgfältig bewahrte Farbrezepturen, die über die Jahrhunderte hinweg überliefert und fortwährend gepflegt werden.
Die Herstellung der Farben erfolgt im hauseigenen Fablabor, wo traditionelle Methoden auf modernes technisches Wissen treffen. Zu den rund 300 am häufigsten genutzten Aufglasurfarben zählen z.B. 42 Purpurfarben, 17 Grünfarben, 12 Rotfarben und 25 Gelbfarben, deren Abstufungen nahezu unbegrenzt sind. Auf diese Weise können die Künstler jede Nuance individuell auf die jeweilige Figur oder das Geschirr abstimmen.
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Glanz- & PoliergoldNeben den klassischen Porzellanfarben wird auch mit Goldpräparaten gearbeitet, die in zwei Gruppen unterteilt werden: Glanzgold und Poliergold. Das Glanzgold, erfunden 1827 von Heinrich Gottlob Kühn, besitzt nach dem Dekorbrand bereits seinen charakteristischen glänzenden Schimmer. Das Poliergold hingegen verlässt den Brennofen matt und erhält seine samtige Anmutung erst durch sorgfältiges Nachpolieren.
Dank des umfangreichen Farbarchivs und der akribischen Arbeit im Fablabor können selbst feinste Nuancen, schimmernde Glanzpunkte oder subtil abgestufte Farbübergänge auf Porzellan realisiert werden. So entstehen Farben und Dekore, die traditionelle Handwerkskunst, künstlerische Originalität und höchste Präzision in jedem einzelnen Stück vereinen.