MEISSEN Formenarchiv

Die Porzellanmanufaktur MEISSEN ist weltbekannt für ihre einzigartigen Figuren und hochwertigen Geschirrserien, welche aufwendig in Handarbeit gefertigt werden und eine unverwechselbare kreative Handschrift tragen. Damit jede Figur und jedes Geschirrteil über Jahrhunderte reproduziert und aufbewahrt werden kann, bewahrt die Manufaktur einen einzigartigen Schatz: ein riesiges Archiv von Modellen und Modellformen, das Geschichte, Handwerk und Innovation miteinander verbindet. Alle Formen sind sorgfältig nummeriert und dokumentiert. Das älteste noch erhaltene Formenbuch stammt von der ersten Produktionsstätte in der Albrechtsburg aus dem Jahr 1769, während die älteste Modellform aus dem Jahr 1734 datiert. Um die Verwaltung und Nachvollziehbarkeit der Formen zu gewährleisten, werden seit 2002 alle Lagerorte für die Artikel aus dem aktuellen Sortiment digital erfasst. Diese Kombination aus jahrhundertealter Tradition, präziser Dokumentation und moderner Technik sichert die Kontinuität und Qualität der MEISSEN-Kunst bis heute.
  • Mehr als 700.000 Formen

    Zur Wahrung ihrer künstlerischen Eigenständigkeit und der Treue zu den historischen Vorlagen verfügt die Manufaktur MEISSEN über den größten und zugleich ältesten Bestand an Modellen und Modellformen weltweit. Dieses einzigartige Archiv bildet das Herzstück der Porzellanmanufaktur und gewährleistet, dass jede Figur und jedes Geschirrteil originalgetreu reproduziert werden kann.

    Im beeindruckenden Formarchiv lagern rund 700.000 Gipsformen, die mehr als 300 Jahre Manufakturgeschichte widerspiegeln. Diese Formen bilden die Grundlage für die Reproduktion von etwa 9.000 Figuren und rund 15.000 Geschirrteilen und sind somit ein unschätzbarer Schatz des künstlerischen Erbes von MEISSEN.

  • Modell- und Arbeitsformen

    Das Archiv unterscheidet zwischen Modell- und Arbeitsformen: Modellformen dienen als originalgetreue Vorlagen, auf deren Basis bei Bedarf jederzeit neue Arbeitsformen hergestellt werden können. Diese Arbeitsformen sind für die eigentliche Produktion unverzichtbar, da jede Porzellanplastik aus mehreren Einzelteilen besteht, die präzise gefertigt und zusammengesetzt werden müssen. So werden beispielsweise für die Reproduktion des Schwans von Jörg Danielczyk aus dem Jahr 2012 allein 150 Arbeitsformen benötigt, um jedes Detail exakt wiederzugeben.

    Für größere oder besonders filigrane Objekte wie Kannen, Dosen und Vasen kommt bevorzugt das Gießverfahren zum Einsatz.