Kaolin & Bergwerk

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Das Bergwerk in SeilitzDas Bergwerk in Seilitz ist eine kleine, aber historisch bedeutende Einrichtung. Mit nur zwei Bergleuten werden jährlich etwa 150 Tonnen Kaolin abgebaut – eine Leistung, die das Bergwerk zum kleinsten Europas macht. Trotz seiner geringen Größe hat es maßgeblich zur weltweiten Bekanntheit des Meissener Porzellans beigetragen.
Der Abbau erfolgt in Handarbeit und mit speziellen Werkzeugen, um den empfindlichen Rohstoff nicht zu beschädigen. Das Bergwerk ist nicht nur ein Produktionsstandort, sondern auch ein Zeugnis jahrhundertealter Handwerkskunst. Da das derzeitige Bergwerk 2024/25 neu erschlossen wurde, kann es nicht direkt besichtigt werden. Alternativ bietet die „Erlebniswelt Meissen“ Führungen an, bei denen Besucher die Aufbereitung des Kaolins und die Herstellung von Porzellan hautnah erleben können.
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Kaolin & MasseNach dem Abbau im Bergwerk wird das Rohkaolin zunächst in einer Schlämmanlage gewaschen, um Sand und andere Verunreinigungen zu entfernen. Dieser Reinigungsprozess sorgt für den besonders hohen Weißgrad des Kaolins, der das Meissener Porzellan so charakteristisch macht.
Die gewonnene „Kaolinmilch“ wird anschließend sechs bis acht Wochen in großen Becken gelagert, sodass sich der feine Kaolinschlamm absetzen kann. Das gereinigte Kaolin wird danach mit fein gemahlenem Feldspat, Quarz und weiteren Rohstoffen vermischt und zu einer flüssigen Porzellanmasse verarbeitet. Durch Entzug von Wasser entsteht im Massekeller eine formbare Masse, die je nach Produktionsverfahren weiterverarbeitet wird – entweder als plastische Masse für das Modellieren oder als Gießmasse für die Herstellung filigraner Porzellanformen.