Unterglasurmalerei

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Rohe ScherbeAls Unterglasurmalerei bezeichnet man eine spezielle Technik der Porzellanbemalung, bei der die Farbe direkt auf den „rohen“ Scherben aufgetragen wird. Die Auswahl der Unterglasurfarben ist deutlich eingeschränkter als bei Aufglasurfarben, da nur wenige Farbstoffe die hohe Temperatur von 1400 Grad Celsius beim Glasurbrand unbeschadet überstehen.
Im frühen 18. Jahrhundert stand in der Porzellanmanufaktur MEISSEN zunächst lediglich Kobaltblau als Unterglasurfarbe zur Verfügung. Diese Farbe wird auf das noch poröse Porzellan aufgetragen, dringt in den Scherben ein und entfaltet seine Leuchtkraft erst nach dem Glasurbrand. Die Technik ist besonders anspruchsvoll, da sie keine Korrekturen zulässt und den Künstler vor die Herausforderung stellt, allein mit einer Farbe Tiefe, Komposition und Ausdruckskraft zu erzeugen.
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Kobaltblaues DekorDas Meissener Zwiebelmuster ist seit 1739 das erfolgreichste Kobaltblaue Dekor der Porzellangeschichte. Dargestellt werden in Anlehnung an das ostasiatische Vorbild: Granatapfel, Pfirsich, Bambusstock und Blüten der Lotosblume sowie der Chrysantheme. Im Fuß des Bambusstammes kennzeichnen die „Gekreuzten Schwerter“ seit 1888 das Original aus Meissen.
Nach langjährigen Entwicklungsversuchen mit der neuartigen, chromoxidgrünen Unterglasurfarbe schuf Johann Samuel Arnhold 1817 den Dekor „Voller grüner Weinkranz“. Die Faszination liegt in der Symbolik: Grün als Sinnbild des Lebens und der Wein steht für die Kraft des Geistes. So entwickelte sich das Weinlaubdekor zum beliebten MEISSEN Klassiker, vor allem auch, nachdem Weiß und Grün 1831 zu den sächsischen Staatsfarben erklärt wurden.