MEISSEN Ikonen
Die Manufaktur Meissen nimmt eine Sonderstellung unter den Porzellanmanufakturen weltweit ein. Als erste Porzellanmanufaktur Europas – gegründet 1710 durch August den Starken – gelten ihre Figuren, Großplastiken, Service und Porzellanobjekte als richtungsweisend. Mit ihnen werden die technischen Möglichkeiten des Porzellans sowie sein gestalterischer Maßstab über drei Jahrhunderte immer weiter vorangetrieben. Ein perfektionistischer Anspruch, der in den MEISSEN Ikonen der Manufaktur extravaganten Ausdruck findet. Mit ihnen werden bedeutende Porzellane großer Meissener Meister und prägende Einflüsse aus über 300 Jahren Porzellangeschichte neu aufgelegt oder für das Jetzt reflektiert sowie neue Werke im Geist der Gegenwart geschaffen. Über Wochen und Monate arbeiten ausschließlich die erfahrensten Modelleure, Bossierer und Maler an der Umsetzung dieser Werke absoluter handwerklicher Meisterschaft. Mit höchster Präzision und Erfahrung entstehen so Gefäße, Vasen und Großplastiken, die das reiche Erbe der ältesten Porzellanmanufaktur Europas zum Ausdruck bringen. Jedes Objekt stellt in seiner Komplexität höchste Ansprüche an die verschiedenen Fertigungsbereiche, sodass die Meissener Ikonen ausschließlich in limitierten Auflagen entstehen.
„Die Vase ziert über 100 Dekore, aufgetragen von 28 Malern in verschiedenen Techniken. Schon das Bossieren verlangt äußerstes Geschick, so arbeitet die Schwere der Vase als nasse Masse gegen die Form.“
  • Schwan
    Anlässlich des 275. Jubiläums des Kaendler‘schen „Schwanenservice“ wird die Großplastik eines Schwans im Jahr 2012 vom ehemaligen Meissener Chefplastiker Jörg Danielczyk modelliert. Die Skulptur verweist in ihrer geschwungenen Formensprache des Barocks auch auf das zweite große Erbe Kaendlers – die berühmten Großtierplastiken für das Japanische Palais in Dresden. Wie sie ist der Schwan bewusst weiß belassen, um die Bildsamkeit des Porzellans zur Geltung zu bringen. Meisterhafte Akzentuierungen zeigen sich in der detailreichen Modellage des Gefieders. Die Herstellung einer solchen Großplastik stellt die Meissener Bossierer heute vor die gleichen Herausforderungen wie im 18. Jahrhundert: Das Innere der Figur wird mit Kammern ausgestattet, die als architektonisches Grundgerüst dienen. Sie müssen die Form erhalten, wenn das Porzellan im Hochofen zunächst weich wird. Eine Assemblage, die jahrelanger Erfahrung bedarf.
  • Schmucktruhe
    1893 wird die „Schmucktruhe“ der Manufaktur Meissen erstmals auf der Weltausstellung in Chicago präsentiert. Nach einem Entwurf von Ludwig Sturm realisiert, verbindet sie historische Techniken der Porzellangestaltung mit edlen Werkstoffen und klassischen Motiven. In Edelholz und Bronze eingefasste Porzellanplatten zu jeder Seite zeigen transluzente Pâte-sur-pâte-Dekore – feinste Schlickermalereien, für die bis zu 30 Schichten flüssige Porzellanmasse mit dem Pinsel aufgetragen und zu einem Relief beschnitten und ziseliert werden. Die aufwendige Technik musste – eigens für die limitierte Neuauflage – von Meissener Porzellanmalern wiedererlernt werden, um die anspruchsvollen antikisierenden Malereien originalgetreu fertigen zu können. Anmutig bekrönende Figur der Truhe ist die römische Göttin Juno, als Sinnbild der Liebe und Schönheit begleitet von ihrem Weihetier dem Pfau.
  • Saxonia
    Zum 25. Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung setzt MEISSEN der Handwerkskunst in Sachsen ein Denkmal – unter der Federführung des ehemaligen Chefplastiker Jörg Danielczyk entsteht mit „Saxonia“ die größte freistehende Porzellanskulptur der Welt. Insgesamt 8.000 handgeformte „Schneeballblüten“ – ein historischer Dekor der Manufaktur aus dem Jahr 1739 – zieren das Kleid der „sächsischen Freiheitsstatue“, die mit 800 Kilogramm und 1,80 Metern Höhe eine Höchstleistung der Porzellangestaltung darstellt. Ihre Herstellung in Lebensgröße fordert Jörg Danielczyk und allen beteiligten Gewerken der Meissener Manufaktur handwerkliche Meisterschaft ab. Allein drei Wochen benötigt die Skulptur für den Brand.
Jörg Danielczyk
Jörg Danielczyks Arbeit ist stilprägend für die moderne Formensprache der Manufaktur. Von der seltenen Meisterschaft des Strang-Schülers zeugen besonders seine Großplastiken.