MEISSEN Atelier
Einflüsse aus verschiedenen Kunst- und Kulturkreisen prägen seit jeher die Geschichte Meissens. Bereits Johann Gregorius Höroldt mischt in seinen Dekoren die exotischen Elemente Asiens auf einzigartige Weise mit den opulenten Ornamenten des Spätbarocks. Im MEISSEN Atelier wird diese Tradition fortgesetzt. Zusammen mit den Kreativdirektoren Otto Drögsler und Jörg Ehrlich treiben hier interne wie externe Kunstschaffende und Designer die künstlerische Entwicklung der Manufaktur voran und lassen sie immer wieder unerwartete Wendungen nehmen. Die Balance – manchmal auch Reibung – zwischen traditionellem Kunsthandwerk, Impulsen externer Künstler und Designer sowie den Ideen der Porzellanmaler und Plastikern ist dabei essentiell für den ausgeprägten Schaffensprozess. Nur so entstehen die mitunter eigenwilligen Interpretationen, paradoxen Kontraste und kuriosen Stilmixe, die das MEISSEN Atelier auszeichnen und es zu einem bedeutenden Teil der Manufakturgeschichte machen.
„Im MEISSEN Atelier verbinden sich Kreativität und neue Impulse mit traditionsreichem Kunsthandwerk gleichzeitig werden neue Wege in der Gestaltung von Porzellanformen geebnet.“
drei affen – „nichts sehen, nichts hören, nichts sagen“
Mit ihrer Interpretation der „Drei Affen“ schafft Plastikerin Maria Walther eine expressive Darstellung in der Meissener Tradition der Tierplastiken. Der aufwendige Camouflage-Dekor unterstreicht das Zitat, der ohne naturalistische Vorlage höchstes malerisches Abstraktionsvermögen verlangt.
Regenbogen Panther
„Regenbogen Panther“ ist eine kontrastreiche Neuinterpretation der historischen Plastik von Erich Oehme durch Kreativdirektor Otto Drögsler. Der lebendige Regenbogen Dekor entsteht durch die kunstgerechte Kombination aus Malerei und Stubben mit feinsten Pinseln sowie über mehrere Dekorbrände.
  • Japanische Tanzfigur mit Zebra-Staffage
    Die Verbindung historischer Figuren mit zeitgenössischen Dekoren zieht sich durch die Geschichte der Manufaktur. Indem er die „Japanische Tanzfigur“ von Peter Reinicke aus dem Jahr 1743 in feinste Zebra-Staffage hüllt, entscheidet sich Kreativdirektor Otto Drögsler für den bewussten Widerspruch. Mit viel künstlerischem Geschick folgen verschiedene Schwarz- und Grautöne in filigranen Linien der fließenden Bewegung der Figur, keiner der Streifen ist unterbrochen. Entgegen der Tradition Gewand oder Gestik durch realistische Malerei zu betonen, lässt der Dekor einige plastische Details der Statue zurücktreten und die Tanzfigur lediglich als Silhouette erscheinen. Darüber hinaus steht der Dekor für das ungesehene Zusammenspiel gegensätzlicher Kulturkreise: Das Zebradesign kommt im japanischen Farb- und Musterkodex eigentlich niemals vor.
  • Forbidden Fruit: Chris Antemann bei MEISSEN
    Mit ihrer Installation „Forbidden Fruit” schuf die amerikanische Künstlerin Christ Antemann eine zeitgenössische Überhöhung der Bankettmanie des 18. Jahrhunderts, die üppige, farbenfrohe Ornamente mit historischen Themen aus dem Meissen Archiv vereint. Es handelt sich dabei um die größte Arbeit aus einer langen Reihe von Kollaborationen zwischen der Künstlerin und den Kunsthandwerkern der Manufaktur. Für ihre Arbeiten im Rahmen der Meissener “Unikate” und “Limited Editions” kreiert Antemann beruft sich dabei auf traditionelle Techniken, kreiert detailreiche szenische Tableaus, in denen sie die Sujets barocker Porzellanfiguren des 18. Jahrhunderts imitiert und zugleich parodiert. In eigener Interpretation bauen Charaktere, Themen und Ereignisse aufeinander auf und erzählen wirkungsvoll von familiären Ritualen, sozialer Etikette und Tabus. Szenen werden dabei mit subtilen Anspielungen gespickt, die nur durch den gekonnten Einsatz des Dekors möglich werden. Als Layering auf die Figuren appliziert bezeugt dieser das historische Verständnis der Künstlerin. Nach dem Ausstellungsdebut im HAUS MEISSEN 2013 wurde „Forbidden Fruits“ über drei Jahre an sechs verschiedenen Orten in den USA ausgestellt, darunter auch das Museum of Arts and Design in New York. Im Juni 2019 eröffnet die Ausstellung in der Ermitage in Sankt Petersburg.
  • Tattoo Löwin
    Für die Arbeit „Tattoo Lioness“ schafft Otto Drögsler einen aufwendigen Dekor aus mannigfaltigen grafischen Tattoos, der in seiner Umsetzung an die monochrome Malerei erinnert. Der Dekor wird collageartig auf einzelne Stellen der historischen Skulptur einer Löwin von August Gaul aus dem Jahr 1922 aufgetragen und bestärkt diese in ihrer majestätischen Haltung. Die filigranen Tattoo-Motive sowie deren üppiger Einsatz stellen höchste Ansprüche an Präzision und Kunstfertigkeit der Meissener Porzellanmaler.
  • Pop-Giraffe
    „Pop Giraffe“ ist die zeitgenössische Interpretation einer Meissener Tierplastik aus dem Jahr 1955. Der goldorange Dekor greift das naturalistische Giraffenmuster auf, ist jedoch bei näherem Betrachten eine abstrakte, an die Pop Art angelehnte Abwandlung dessen. Die Herausforderung in der Fertigung der Plastik liegt in der hochgewachsenen, schlanken Statur der Giraffe: Die Hufe des in Bewegung festgehaltenen Tieres berühren kaum den Sockel, sodass mehrere Stützen sowie äußerstes Geschick und Erfahrung nötig sind, damit die Figur beim Brand nicht kippt.
Kampagnen
  • 01
    Unikate
    Die Serie umfasst Werke von Künstlern unterschiedlicher Disziplinen, die sich in Meißen kreativ mit dem Werkstoff Porzellan auseinandersetzen. Darunter Objekte von K.O. Götz, Otto Piene oder Jen Ray.
  • 02
    MEISSEN® Cosmopolitan
    "MEISSEN® Cosmopolitan" ist in seiner klaren Formensprache und Flexibilität einmalig bei MEISSEN und bietet eine neue Art der Oberflächengestaltung von Gold und Platin bis hin zu "Mesh-Strukturen".