Zurück zur Zukunft
10. Dezember 2009
am 10. Dezember 2009 stellte die Manufaktur MEISSEN® die Jahreszahlen des Geschäftsjahres 2008 vor. Hiernach wurde unter der Führung der vormaligen Geschäftsführung bei einem Umsatz von etwa 35 Mio. Euro ein negatives Ergebnis nach Steuern in Höhe von 6 Mio. Euro erwirtschaftet.
Zusätzlich wurde das Ergebnis bilanziell um etwa 15 Mio. Euro belastet, entstanden durch die Rücknahme der in vergangenen Jahren vorgenommenen Bewertung der historischen Sammlung der Manufaktur. Diese Sammlung will das Unternehmen im kommenden Jahr in eine eigene Kunststiftung überführen. Damit möchte der neue Vorsitzende der Geschäftsführung, Dr. Christian Kurtzke, eine deutlichere Profilierung zwischen dem Wirtschaftsbetrieb und dem Museumsbetrieb erreichen und durch eine höhere Transparenz den eingeschlagenen Restrukturierungskurs bei MEISSEN® weiter vorantreiben.
Die Höhe der Verluste verdeutlichen, wie groß die Herausforderung für die neue Geschäftsführung ist. Vor gut einem Jahr wurde Dr. Kurtzke durch den Aufsichtsrat nach MEISSEN® geholt, um die krisenbelastete Manufaktur im Hinblick auf das anstehende 300-jährige Firmenjubiläum wirtschaftlich und strategisch neu auszurichten. „Mit Herrn Dr. Kurtzke haben wir einen Unternehmer an die Spitze dieses deutschen Traditionshauses gesetzt, dem wir uneingeschränkt zutrauen, die schwierige Aufgabe bei MEISSEN® zu bewältigen und das Staatsunternehmen langfristig auf Wirtschaftlichkeit zu trimmen“, so Prof. Dr. Kurt Biedenkopf, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Manufaktur und Ministerpräsident a.D. des Freistaat Sachsen.
Ein entsprechendes Zukunftsprogramm, das alle Bereiche des Unternehmens und insbesondere Produktentwicklung, Marketing und Vertrieb umfasst, wurde dem Aufsichtsrat bereits im November vergangenen Jahres vorgestellt. Entgegen dem typischen Vorgehen bei anderen Sanierungsprozessen hat sich der neue Geschäftsführer jedoch gegen schnelle Einschnitte beim Personal entschieden. Mit Verweis auf „die vielfältigen, bislang unzureichend genutzten Wachstumsmöglichkeiten“ möchte er zunächst das Umsatzpotenzial des Unternehmens ausloten, bevor gegebenenfalls hochqualifizierte Mitarbeiter vorschnell verloren gehen.“ Dass diese Wachstumsstrategie vielversprechend ist, verdeutlichen eindrucksvolle Ergebnisse, die im ersten Amtsjahr inmitten der Finanzkrise bislang erreicht werden konnten:
- So generierten die firmeneigenen Geschäfte im laufenden Jahr im Vergleich zum Vorjahr bereits ein Wachstum im zweistelligen Prozentbereich. Im Stammhaus in Meissen konnte der Umsatz fast 30 Prozent erhöht werden - trotz einem Besucher¬rückgang von 14 Prozent.
- Innerhalb von 6 Monaten wurde eine neue MEISSEN® Schmuckkollektion auf die Beine gestellt, deren Markteinführung in Italien bereits deutliche Umsätze brachte und die vielfache Medienbeachtung fand.
- Mit Arrangements für Sushi, Pasta und Espresso und weiteren neuen Produkten im Bereich der Tischkultur konnte MEISSEN® bereits in 2009 deutlich mehr jüngere Kunden für sich gewinnen.
- Aufbauend auf dem berühmten MEISSEN® Wandbild des Fürstenzugs in Dresden entwickelte die Manufaktur in Zusammenarbeit mit Architekten eine neue Produktlinie für die hochwertige Wandbekleidung, mit der die gehobene Hotellerie und auch der gehobene Innenausbau im Privatbereich erschlossen werden sollen. Als erste Referenzen wurden die Flagshipstores der Luxusuhrenmarke Lange & Söhne ausgestattet. Derzeit läuft ein Projekt zur Gestaltung einer MEISSEN® Suite im Berliner Hotel Adlon.
- Mit über 1500 Besuchern aus 14 Ländern erwies sich die Vorstellung der Meissener Jubiläumskollektion der Limitierten Kunstwerke im Herbst in Berlin für die Manufaktur als herausragender Erfolg.
Mit Hilfe dieser Wachstumsmaßnahmen ist es im laufenden Geschäftsjahr voraussichtlich gelungen, die durch die Finanzkrise verursachten Umsatzeinbrüche auf den inter¬nationalen Märkten weitestgehend zu kompensieren und das Unternehmen so zu stabilisieren. Vor allem aber sieht Dr. Kurtzke in dem Erfolg einen deutlichen Beweis für die Wachstumsfähigkeit der Manufaktur. Somit sei „das erste Etappenziel der Sanierung erreicht“. Aus dem Jubiläumsjahr 2010 werden jetzt weitere wichtige Impulse für die positive Entwicklung der Manufaktur erwartet.
Entscheidend für den zukünftigen Erfolg ist für den Geschäftsführer vor allem die Kommunikation der Positionierung von MEISSEN®: „Die meisten Menschen kennen MEISSEN® von unserer Tisch- und Tafelkultur. Dabei sind wir vor 300 Jahren mit edlen Schmuckstücken und mit gehobener Inneneinrichtung, quasi als Objektausstatter von August dem Starken, gestartet“, erläutert Dr. Kurtzke seine Strategie. „Gerade in diesen beiden Wurzeln unserer Firmengeschichte, die wir im Jubiläumsjahr besonders herausstellen werden, sehe ich die größte Zukunft“.
In diesem Sinne: Zurück zur Zukunft.
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Cornelia Imhof, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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