MEISSEN Dekore
Die Motiv- und Farbvielfalt Meissener Dekore ist weltweit einzigartig. Ausgehend von den Chinoiserien, dem fast 300 Jahre alten Meissener „Zwiebelmuster“ oder dem „Ming-Drachen“ über die Manierblumenmalerei des Biedermeier bis hin zu innovativen Neuschöpfungen wie „Stripes“ – in der Vielzahl Meissener Dekore lässt sich der kunsthandwerkliche Maßstab und die gestalterische Tradition der ältesten Porzellanmanufaktur Europas über die Jahrhunderte nachverfolgen. Alle Dekore entstehen bis heute ausschließlich auf Basis manufaktureigener Auf- und Unterglasurfarben, die in traditionellen Techniken von Hand appliziert werden. Seit 1720 besitzt die Manufaktur Meissen für die Pigmentherstellung ein eigenes Farblabor. In seiner Anfangszeit ist es der Porzellanmaler Johann Gregorius Höroldt, der die Farbentwicklung bei MEISSEN vorantreibt. Mit der Höroldt‘schen Grundpalette aus 16 feuerfesten Aufglasurfarben und der Unterglasurfarbe Kobaltblau legt er den Grundstein für die gestalterische Tradition der Manufaktur. In seiner Zeit entstehen bereits hunderte von Dekormotiven, die in ihren künstlerischen Ausführungen und Strahlkraft der Farben richtungsweisend sind für das europäische Porzellan. Rund 300 Farben zählen heute zum Standardrepertoire der Meissener Porzellanmaler – nur ein kleiner Teil der etwa 10.000 Farbrezepturen, die das manufaktureigene Labor bewahrt. Ihre genaue Zusammensetzung ist bis heute nur wenigen Mitarbeitern zugänglich und wichtiger Teil des reichen Erbes der Manufaktur.
„Mehr als 100 historische Dekore zieren die ‚Kratervase‘. Ein Meisterwerk, das von der Weißfertigung bis zur Malerei alle Facetten der Kunstfertigkeit der Manufaktur vereint.“
Royal Blossom
1739 auf Geheiß König August III. kreiert, gehören die „Schneeballblüten” bis heute zu den herausragenden künstlerischen Arbeiten der Porzellanmanufaktur Meissen. Mit „Royal Blossom“ werden die ehrwürdigen, filigranen Blüten erstmals in Form eines Reliefs neu interpretiert.
  • Zwiebelmuster

    Die Geschichte des „Zwiebelmuster“ ist eingebettet in die Entwicklung der Meissener Blaumalerei und ihrer besonderen ästhetischen Wirkung auf Porzellan. Bereits unmittelbar nach Gründung der Manufaktur beginnt die Suche nach einem ganz besonderen Blau, welches das Weiß des Porzellans hervorheben, gleichzeitig mit ihm harmonieren soll. Die Verbindung der Elemente Kobalt und Sauerstoff erweist sich nach langen Versuchsreihen schließlich als sehr hitzebeständig und optimal geeignet für Porzellan mit hohen Brenntemperaturen. Inspiriert von damals überwiegend blau gestalteten ostasiatischen Dekoren entsteht so um 1731 das strahlend blaue, heute weltberühmte Meissener „Zwiebelmuster“. Tatsächlich stellt es keine Zwiebeln dar, sondern zeigt – in Anlehnung an seine Vorbilder – Pfirsich und Melone auf dem Tellerrand sowie Bambusstock und die zarten Blüten der Chrysantheme in der Mitte.

  • Gestreute Blümchen
    „Gestreute Blümchen“ gehört zu den beliebtesten Dekoren der Manufaktur Meissen. Anfang des 19. Jahrhunderts entstanden, ist er eine typische Schöpfung des Biedermeier. Blüten und Blumen sollen in ihrer natürlichen Schönheit gezeigt werden und sich damit erstmals von den ‘indianischen’ nach ostasiatischen Vorbildern absetzen. Als besondere Spielart der Manierblumenmalerei, besitzt der Meissener Dekor eigene Merkmale. Eine vergrößerte Mittelblume wird von mehreren vielgestaltig variierten kleineren Blumen umstreut. Die Porzellanmaler können hierfür auf drei Dutzend Blumenmotive zurückgreifen – jedes mit eigener Symbolik, die zu Zeiten des Biedermeier verwendet wird, um Gedanken und Empfindungen auszudrücken. En Detail per Hand auf Porzellan gemalt, verleihen die „Gestreuten Blümchen“ eine besondere Lebendigkeit und innere Symbolik.
  • Royal Palace
    Für „Royal Palace“ kehrt MEISSEN an den Ursprung der eigenen über 300jährigen Geschichte zurück: Auf die Meißener Albrechtsburg, die für die ersten 150 Jahre als Produktionsstätte der Porzellanmanufaktur Meissen diente. Deren historischen Bodenmosaike sind Inspiration für den grafischen Dekor, der in reinem Weiß, prunkvollem Rot, edlem Schwarz oder mineralisch leuchtendem Türkis auf Meissener Porzellan seinen Platz findet. Umspielt von einer zarten Kontur, betont diese die grafische Modernität des mäanderförmigen Musters.
Böttgersteinzeug
Mit „Böttgersteinzeug“ ehrt MEISSEN ein geschichtsträchtiges Material, das den Weg zur Erfindung des ersten europäischen Porzellans ebnete. Damals wie heute ist es die Ausdruckskraft des Tons, dessen Haptik und Wärme, die seine Faszination ausmacht.
Weiß und Mesh Weiß
In vornehmer Zurückhaltung bringen rein weiße Porzellane eindrücklich den durchgängig strahlend weißen Glanz zur Geltung, für den Meissener Porzellan so berühmt ist. Der filigrane Dekor „Mesh-White” ist eine vollkommen neue sinnliche Oberflächengestaltung und veredelt das feine Material.
  • Zwiebelmuster Style

    Im Jahr 2004 erfährt das historische „Zwiebelmuster“ eine zeitgemäße Überarbeitung. Anstatt der gleichmäßig vollflächigen Bemalung wird die Crysanthemenblüte asymmetrisch auf dem Tellerspiegel angeordnet. Der Bambusstamm mit Ranken, zarten Blüten und Blättern sowie das Doppelblatt vom klassischen Dekor sind geblieben. Hingegen sind die Früchte vom Tellerrand verschwunden und der Dekor erscheint aufgelockert und das strahlende Weiß des Porzellans wird stärker betont. Auch auf der Tasse finden sich die Chrysantheme und der Bambusstamm mit Ranken als eine reduzierte, weniger kompakte Bemalung wieder - Umgeben von zarten Ranken scheint der Bambus nahezu aus der dieser herauszuwachsen. Die Früchte sind auch hier verschwunden. Nur eine Zwiebel auf der Untertasse erinnert noch an ihre Vorgänger.

  • Ming Drache
    Während der Ming Dynastie tritt der Drache auf chinesischen Porzellanen verstärkt in Erscheinung. In der chinesischen Mythologie symbolisiert dieser übernatürliche Weisheit, den Geist der Veränderung, aber auch den Rhythmus der Natur und die Lehre vom Werden. Er steht für Sonne, Licht und die männliche Kraft des Yang. Chinesische Motive sind schließlich auch Vorbild für den „Ming-Drachen“ auf Meissener Porzellan. Bereits 1740 entsteht dieser, einer der ältesten Dekore der Manufaktur. Dabei war die für MEISSEN typische Darstellung des Drachen mit vier Zehen im alten China ausschließlich kaiserlichen Prinzen vorbehalten.
Stripes
Klassizistische Dekorvorlagen aus dem 18. Jahrhundert inspirierten die Strahlen und Streifen von „Stripes”. Für dessen Umsetzung wurde im manufaktureigenen Farblabor eine individuelle Farbpalette entwickelt, die dem Service seinen grafisch-leuchtenden sowie symbolischen Charakter verleiht.
  • Wilder Mohn

    Von der Botanik beeinflusst, bildet die Blumenmalerei nach naturalistischem Vorbild seit dem 18. Jahrhundert einen wichtigen Zweig im Dekorrepertoire der Manufaktur Meissen. Dabei lassen sich die Porzellanmaler nicht nur von der Natur sondern auch vom künstlerischen Schaffen ihrer Zeit inspirieren. Auf- und Unterglasurfarben oder die Kombination aus beiden werden in verschiedenen Maltechniken genutzt, um Ideen in erfrischender Weise auf Porzellan umzusetzen. Als zeitgenössischer Dekor ist „Roter Mohn“ von den freien, fließenden Formen floraler Aquarellmalerei inspiriert und fängt die flammenden Rottöne sommerlicher Felder in einer leichten Komposition ein. Anders als bei der Manierblumenmalerei ist es das Momenthafte des Motivs, in dem der Dekor seine Schönheit findet.

  • Blue Orchid
    Sich immer wieder auf das eigene reiche künstlerische Erbe zu besinnen, ist tief in der Meissener Tradition verankert. Die filigrane „Blue Orchid” ist einem Dekor von Professor Heinz Werner aus dem Jahr 1970 entlehnt: „Blaue Orchidee auf Ast” ist eines der beliebtesten Dekore des genialen Porzellanmalers. Für “Blue Orchid” wird ein Element von Werners Motiv aufgegriffen und in minimalistischer Anmutung ins Zentrum von Tellern, Platten, Vasen oder Untertassen gesetzt. „Blue Orchid” entsteht in aufwendiger Unterglasurmalerei. Bei dieser wird die Farbe direkt auf den ungebrannten, noch porösen Scherben aufgetragen. Da dieser die Farbe sofort aufsaugt, ist das Korrigieren von Fehlern unmöglich. Der Dekor erscheint nun in einem matten Grau, erst nach dem Glasieren und dem darauffolgenden Glasurbrand erstrahlt das Kobaltblau.
  • Swords

    „Swords“ ist eine gestalterische Hommage auf das geschichtsträchtige Signet der Porzellanmanufaktur Meissen. Seit 1722 werden die Gekreuzten Schwerter von den sogenannten Schwerterern, eigens auf das Markenzeichen spezialisierte Maler, von Hand im manufaktureigenen Kobaltblau auf jedes Stück Meissener Porzellan aufgetragen. Zwar erfahren die Schwerter im Wandel der Jahre immer wieder leichte Änderungen, bleiben jedoch stets wiedererkennbar. In zurückhaltend elegantem „Elegant Grey” oder opulentem „Luxury Gold” werden die Gekreuzten Schwerter, Europas ältestes Markenzeichen, erstmals als eigenständiger Dekor selbstbewusst inszeniert.

  • Gestreute Röschen
    Unter den Dekoren gehören die zwischen 1815 und 1845 entstandenen „Gestreuten Blümchen“ zu den beliebtesten der Manufaktur. Sie sind eine typische Schöpfung des Biedermeier. Zu jener Zeit bedienen sich die Porzellanmaler der Manufaktur floraler Symbolik, um Gedanken und Empfindungen zum Ausdruck zu bringen. Die Rose nimmt als Sinnbild der Liebe unter allen Blumenmotiven eine Sonderstellung ein. Im Dekor wird sie als vergrößerte Mittelblume von mehreren vielgestaltig variierten kleineren Rosen umstreut. Die detailreiche Ausarbeitung bezeugt die botanische Kenntnis und das meisterliche Handwerk der Porzellanmaler.
Gold und Mesh Gold
In der Dekorvariante „Gold“ erhält das Porzellan einen opulenten goldenen Fond, für den echtes Poliergold verwendet wird. Nach dem Brand muss es mit einem Achatstift poliert werden, um im charakteristischen Glanz zu erstrahlen. Sinnlich zurückhaltend gebiert sich daneben der Dekor „Mesh-Gold“.
Platin und Mesh Platin
Es ist das edelste aller Metalle. Als ausdrucksstarker Platin Fond verleiht es Meissener Porzellanen einen modern klaren Charakter und betont dessen signifikante Strahlkraft. In seiner diskreten Eleganz ist “Platin” wie im zurückhaltenden „Mesh-Platin“ ein Dekor mit ganz besonderer Ausstrahlung.
  • Markenzeichen MEISSEN
    Mit Gründung der Manfaktur im Jahr 1710 existiert in Meißen für ein knappes Jahrzehnt die einzige Porzellanmanufaktur Europas. Ihr wichtigstes Gut: Rezeptur und Techniken zur Porzellanherstellung. Um das Geheimnis zu bewahren, kennen nur wenige Mitarbeiter je einen Teil der gerade erst entdeckten Rezeptur. Die Geheimhaltung währt jedoch nicht lang, ab 1718 werden weitere Porzellanmanufakturen gegründet und machen eine Markierung des Originals notwendig. Dem Vorschlag des ersten Inspektors der Manufaktur, Johann Melchior Steinbrück, vom 8. November 1722 kommt hierbei historische Bedeutung zu. In einem Schreiben regt er an „etwas ausm. Chur. sächs. Wappen als etwa die Chur-Schwerter“ zur Markierung zu nutzen. Es ist die Geburtsstunde der Gekreuzten Schwerter. 1875 werden diese schließlich beim Patent- und Markenamt angemeldet. Sie sind somit das älteste eingetragene Markenzeichen Europas.
  • Meissener Rose
    Die Blumenmalerei ist tief in der Tradition der Porzellanmanufaktur Meissen verwurzelt, in dieser stetig gewachsen und bis heute gepflegt. Die Rose tritt ab 1740 als Motiv in der Porzellanmalerei auf. Zunächst in Bouquet-Form wird die Rosenblüte in der folgenden Marcolini-Zeit als Einzelmotiv beliebt. Die sich schließlich im Biedermeier entwickelnde „Meissener Rose“ entspricht den besonders plastischen Blumenstilleben im Stile Georg Friedrich Kerstings. Der Dresdner Maler ist Zeichenlehrer und Vorsteher der Meissener Blumenmalerei zu jener Zeit. Obgleich er diese Phase in seiner Funktion als Vorsteher der Malereiabteilungen geprägt hat, sind jedoch keine Entwürfe nachweisbar, die es erlauben, ihn als deren künstlerischen Urheber zu bezeichnen.
Waldflora
Mit „Waldflora mit Insekten“ greift MEISSEN Motive aus heimischer Forst und Flur auf. Die an Aquarellgemälde angelehnte Malerei überträgt deren fließende Dynamik und pastellene Farbgebung auf Meissener Porzellan. Nur durch mehrere Dekorbrände erhält sie ihre Leuchtkraft.
Miami Style
Strahlend blauer Himmel, türkisfarbenes Meer, Sonne, Palmen und Flamingos: das kosmopolitische Miami ist vibrierend und farbenprächtig. Ebenso der Dekor „Miami Style“, der in den satten Farben „Red Sunset“ und „Turquoise Sea“ den Charme und Esprit von Floridas Metropole widerspiegelt.
  • Indische Blumenzweige
    Die „Indischen Blumenzweige“ gehören zu den ältesten Dekoren der Manufaktur Meissen. Sie werden bereits 1720 zur Zier von Tafelgeschirr und Vasen verwendet. Der „indianischen“ Blumenmalerei nach ostasiatischen Vorbildern nachempfunden, stecken sie voller Symbolkraft. In ihr nimmt der Lotus als Zeichen der Reinheit und Erleuchtung eine besondere Stellung ein. Aus schlammigem Grund gewachsen, erstrahlt er rein und unbefleckt in voller Blüte – ein Sinnbild, dessen metaphorischer Gehalt ebenso auf das Meissener Porzellan übertragen werden könnte.
  • Noble Blue
    Inspiriert von damals überwiegend blau gestalteten ostasiatischen Porzellanen entsteht 1731 in Meissen das weltbekannte „Zwiebelmuster”, der ikonischste Blaudekor der Porzellangeschichte. Tatsächlich stellt der Dekor keine Zwiebeln dar, sondern zeigt in Anlehnung an seine Vorbilder Pfirsich und Melone auf dem Tellerrand sowie Bambusstock und die zarten Blüten der Chrysantheme in der Mitte. In “Noble Blue” findet das „Zwiebelmuster” eine neue Gestalt, die der Opulenz des Originaldekors moderne Leichtigkeit entgegensetzt. Charakteristisch für den Dekor ist die Verwendung des manufaktureigenen Kobaltblaus. Motivische Details in leuchtendem Rot sowie filigrane Goldveredelungen ergänzen schließlich die Farbpalette von „Noble Blue“ und inszenieren das Blau in komplementären Kontrasten.