NEUER AUSSCHNITT
Die vorherrschende Chinamode im Europa des 18. Jahrhunderts, prägt in Nachbildungen und Nachahmungen ostasiatischer Formen und Dekore den Beginn der Geschichte der Porzellanmanufaktur Meissen. Doch der Aufschwung der Manufaktur fordert die Einführung neuer, von den ostasiatischen Vorbildern losgelöster Formen und Dekore, die zugleich den vorherrschenden üppig-barocken Geschmack bedienen. Die künstlerische Blütezeit der Manufaktur beginnt ab 1730, der Zeit Johann Joachim Kaendlers. Er ist der wohl berühmteste Meissener Plastiker. Über vierzig Jahre bestimmt Kaendler als künstlerischer Leiter den Ruf der Manufaktur und hinterlässt dieser ein reiches Erbe an unnachahmlichen Plastiken, Figuren und Servicen. Die ältesten Teile Kaendlers‘ Tafelservice „Neuer Ausschnitt“ entstehen um 1745: Eine zarte an Blütenblätter erinnernde Form mit gewellt gezipfeltem Rand und gegabeltem Akanthusblatthenkel. Auf der für jene Zeit fast schlichten und zurückhaltend verspielten Form finden bis heute zahlreiche berühmte Dekore wie die „Meissener Rose“ und das „Zwiebelmuster“ ihren Platz.
„In seiner schlichten, anmutigen Form ist das Tafelservice ‚Neuer Ausschnitt‘ von Johann Joachim Kaendler in reinem strahlenden Weiß ein zeitloser, immer eleganter Klassiker.
Historie
Als künstlerischer Leiter der Porzellanmanufaktur Meissen schafft der gelernte Bildhauer Johann Joachim Kaendler ab 1731 die erste europäische Formensprache für Porzellan und sollte damit die europäische Tisch- und Tafelkultur nachhaltig prägen.
  • Zwiebelmuster
    Es ist das erfolgreichste Blaudekor der Porzellangeschichte. Um 1731 entsteht das strahlend blaue „Zwiebelmuster“ nach ostasiatischen Vorbildern. So stellt der Dekor tatsächlich keine Zwiebeln dar, sondern zeigt – in Anlehnung an seine Vorbilder – Pfirsich und Melone auf dem Tellerrand sowie Bambusstock und die zarten Blüten der Chrysantheme in der Mitte. Die an Zwiebeln erinnernden, stilisierten Motive des Meissener Musters entstehen dabei ohne Originalvorlage. Bis heute wird das Meissener „Zwiebelmuster“ von eigens ausgebildeten Unterglasurmalern auf das Material gebracht. Dabei wird für die Herstellung aller Blauporzellane, damals wie heute, nur manufaktureigenes Kobaltblau verwendet. Die unterschiedlichen Farbintensitäten werden mit nur einer Farbe realisiert.
  • Meissener Rose
    Anmutig ranken roséfarbene Rosen mit Purpurkern auf dem Porzellan. Die Blumenmalerei ist als ein ganz eigenes Genre tief in der Tradition der Porzellamanufaktur Meissen verwurzelt, in dieser stetig gewachsen und bis heute gepflegt. Gleich anderer Dekore ist die Darstellung von blühenden Pflanzen auf Porzellan zu Beginn der künstlerischen Entwicklung der Manufaktur an ostasiatische Vorbilder angelehnt. Prachtvolle naturalistische Abbildungen dienen später als Vorlagen für Blumendarstellungen auf dem noch jungen europäischen Porzellan. Im Biedermeier erblüht die „Meissener Rose” zum ersten Mal. Ihre Ausführung entspricht den besonders plastischen Blumenstilleben im Stile Georg Friedrich Kerstings, Zeichenlehrer und Vorsteher der Meissener Blumenmalerei zu jener Zeit.
Kampagnen
  • 01
    B-Form
    Die „B-Form“ entsteht von 1844 bis 1855 und ist eines der prunkvollsten Meisterstücke europäischer Tischkultur. In königlichem Blau, mit aufwändigen Reliefs sowie überzogen mit 23-karätigem Gold.
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  • 02
    New Splendour
    Die Kollektion „New Splendour“ umfasst drei Prunkschalen, einen Leuchter sowie eine Dose - Drei neu aufgelegte historische Formen, die mit großflächigen Blatt- und Blütenmotiven ausgestattet wurden.
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