Über KATAGAMI
  • Die neue Service Form „VITRUV“ stellt gleichsam nuancierte wie markante Reliefmuster vor, in denen graphische Designs ihren Ausdruck finden und dem schlichten, eleganten Service seine markante Note verleihen. Unter dem Namen „Graphic“ haben sich Meissener Künstler von traditioneller Ornamentik inspirieren lassen und diese auf Porzellan neu interpretiert. Das Resultat ist das Einreihen der jahrhundertealten Kunstform „Katagami“ in die eigene Tradition innovativer Dekore. Aber, was ist Katagami?

    Bei Katagami – bestehend „Kata“, ausschneiden oder gravieren, und „Kami“, Papier (das G wurde aus phonetischen Gründen angepasst) – handelt es sich um ein jahrhundertealtes japanisches Kunsthandwerk. Genauer gesagt das Herstellen von Papierschablonen, die zum Färben von Stoffen und zum Drucken verwendet werden. In Japan genießt die Technik seit jeher ein hohes kulturelles Ansehen und schlägt, heute wie damals, auch über die Landesgrenzen hinaus hohe Wellen der Begeisterung. Die ersten Druckmuster erreichten Europa dabei im 19. Jahrhundert. Fast 200 Jahre später verfügt die Staatliche Kunstsammlung Dresden heute mit mehr als 15.000 Katagami-Mustern den weltweit größten Bestand.
"Der Jugendstil wurde zu großem Anteil vom Japanismus inspiriert. So verwundert es kaum, dass Katagami gerade in Deutschland auf solch euphorische Resonanz traf."
  • Es dauerte nicht lange nach ihrer Erstankunft im Westen, bis die abstrakten, geometrischen Muster der verschiedenen Katagami-Schablonen, eine neue Ästhetik in der Kunst und dem Kunsthandwerk etablierten. Der Jugendstil wurde zu einem großen Anteil vom Japanismus inspiriert. So verwundert es kaum, dass Katagami gerade in Deutschland auf solch euphorische Resonanz traf.

    Wir schreiben das Jahr 2019 und wieder sind es die etablierten Ästhetiken Ost-Asiens, die MEISSEN auf eigene Art interpretiert und in Form katagami-inspirierter Reliefs in das eigene Schaffen integriert – als gestalterische Hommage an diese jahrhundertealte und lang verehrte Tradition. Die klaren Silhouetten des „VITRUV“ Designs bieten die perfekte Leinwand für schablonenartige Oberflächengestaltungen. Als Grundlage für jedes Einzelteil wird in Handarbeit das Relief als Negativ in einen Gipskern eingraviert. Aus den entstandenen Arbeitsformen wird das Porzellan ausgeformt und per Hand nachgearbeitet, um so die Geometrie des Reliefs in seiner Feinheit herauszuarbeiten. Als Ausdruck der anhaltenden Verehrung der Manufaktur für den ästhetischen Einfluss Japans stehen die „Graphic“ Varianten der „VITRUV“ Form symbolisch für den Inbegriff der Philosophie Meissens – eine wahrhaft zeitlose, moderne Opulenz.